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Am 22.02.2018 fand eine vom ‚Netzwerk Inklusion Osnabrück’ und dem ‚Verband für Sonderpädagogik (vds, Regionalverband Osnabrück)’ gemeinsam organisierte Abendveranstaltung „Multiprofessionelle Zusammenarbeit in der inklusiven Schule“ statt. Es kamen rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, etwa zu gleichen Teilen Schulbegleitungen, Lehrkräfte, Eltern sowie Pädagogische Mitarbeitende.

In den vier parallel angebotenen Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Problemstellungen in der Teamarbeit diskutieren und Erfahrungen sowie Lösungsmöglichkeiten austauschen. Als Abschluss eines jeden Workshops erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wichtige Aspekte für eine gelingende Zusammenarbeit.

Die Workshops nahmen folgende Teamkonstellationen näher unter die Lupe:

 

Workshop 1: „Inklusionshelferinnen und Inklusionshelfer im System Schule – Können Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter Inklusion vorantreiben?“

In diesem Workshop begegneten sich Schulbegleitungen sowie Lehrkräfte unterschiedlicher Schulformen. Sie erörterten Rahmenbedingen für die Zusammenarbeit sowie Zuständigkeiten in Teams und tauschten sich über ihre Erfahrungen aus. Die multiprofessionelle Zusammenarbeit gelingt ihrer Einschätzung nach, wenn:

Ø  ein regelmäßiger Austausch stattfindet.

Ø  feste Teamzeiten für Absprachen ermöglicht werden.

Ø  individuelle Förderziele im Unterricht transparent sind.

Ø  auf Augenhöhe und ‚fehlerfreundlich’ miteinander kommuniziert wird.

Ø  die Schulbegleitungen verlässlich und langfristig im festen Team arbeiten können (Arbeitsplatz- und Planungssicherheit).

 

Workshop 2: „Eltern in der Schule“

In diesem Workshop diskutierten vor allem Eltern ihre Anliegen zur inklusiven Schule, etwa Rahmenbedingungen, Erwartungshaltungen und gegenseitige Vorbehalte. Als Fazit wurden folgende Punkte für eine gelingende Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule festgehalten:

Ø  Transparenz (z.B. Runder Tisch)

Ø  Wertschätzung

Ø  Offenheit

Ø  Kommunikation.

 

Workshop 3: „Konstruktive Zusammenarbeit … trotz knapper Ressourcen?“

In diesem Workshop begegneten sich Regel- und Förderschullehrkräfte unterschiedlicher Schulformen. Sie erörterten anhand eines Mindmaps verschiedene Aspekte, die einem Team im gemeinsamen Unterricht immer wieder begegnen. Dazu gehören beispielsweise die Frage nach Zeit für gemeinsame Absprachen und die Klärung von Zuständigkeiten, der Umgang mit verschiedenen Unterrichtsstilen und pädagogischen Haltungen und die gegenseitige Anerkennung der spezifischen Kompetenzen. Die Zusammenarbeit im Team von Regel- und Förderschullehrkraft kann ihrer Erfahrung nach gelingen, wenn:

Ø  ein innerschulisches Gremium für organisatorische Aspekte der Inklusion gebildet wird (z.B. als Fachkonferenz).

Ø  Teamzeiten für Absprachen eingeplant werden.

Ø  Ressourcen gebündelt werden (z.B. durch Bündelung der Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in Lerngruppen).

Ø  die sonderpädagogische Expertise weitergegeben wird (z.B. im Rahmen einer DB).

Ø  ein Übergangsmanagement in Kl. 4/5 verankert wird.

 

Workshop 4: „Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als sonderpädagogische Fachkräfte in multiprofessionellen Teams“

Niedersachsenweit wurden im Herbst 2017 Stellen für Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeschrieben, die vor allem in der Inklusion in den allgemeinen Schulen tätig werden sollen. In diesem Workshop begegneten sich Lehrkräfte und Pädagogische Mitarbeitende, die viele Fragen rund um diese Neuerung in Regelschulen diskutierten, z.B. ob es eine Arbeitsplatzbeschreibung für die sonderpädagogischen Fachkräfte gibt und nach welchem Prinzip die Stellen auf die Schulen verteilt wurden. Die Zusammenarbeit im Team Regelschullehrkraft, Förderschullehrkraft und Pädagogischen Mitarbeitenden als sonderpädagogische Fachkraft kann gelingen, wenn:

Ø  klare Vorgaben und Strukturen geschaffen werden.

Ø  Offenheit für Teamarbeit gegeben ist.

Ø  feste Besprechungszeiten stattfinden können.

Ø  den Pädagogischen Mitarbeitenden und damit dem ganzen Team ein perspektivisches Arbeiten durch sichere Arbeitsplätze ermöglicht wird.

 

Die Veranstalter bedankten sich für die rege Teilnahme, die interessanten Diskussionen und anregenden Gespräche. Der Abend zeigte den großen Bedarf an einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch der verschiedenen Fachdisziplinen in Hinblick auf multiprofessionelle Zusammenarbeit in den unterschiedlichen Teams. Deutlich wurde ein großes Interesse an der Vernetzung aller Beteiligten, um jedes Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen im Blick zu behalten.